Freitag, 25. Mai 2018

Verbreitung schlechter Rechtschreibung im Internet

Durch das Internet verbreiten sich Informationen, aber auch Fake News. Und leider verbreiten sich durch das Internet auch falsche Schreibweisen wie eine ansteckende Krankheit. Manche werden dermaßen häufig verwendet, dass der unbedarfte Leser den Eindruck bekommen muss, das sei nun die neue Rechtschreibung.
Nach meiner Beobachtung gehören dazu:
- intollerant mit zwei "l" (Klar, das Wort stammt ja auch von "toll" ab)
- Ihr, Eure... Neuerdings wird also wieder geihrzt. Da heißt es nicht: "Wir drucken gerne eure Poster" (Das wäre geduzt), sondern "Wir drucken gerne Eure Poster." Dero Majestät wird zufrieden sein!
- groß geschriebene Adjektive auch außerhalb von festen Begriffen, Namen und Titeln. Der Deutsche Fußballmeister ist wohl wirklich ein stehender Begriff, aber das muss nicht bedeuten, dass jede deutsche Fußballerin auch eine Deutsche Fußballerin ist. Die Neue Deutsche Welle nennt man immer noch so.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Fliegengitter

Echte Fliegen machen mir wenig Sorgen, aber die RoboFly schon irgendwie. Muss ich jetzt an allen Fenstern Fliegengitter einsetzen, damit mir keine Spionagedrohnen durchs Büro flattern?

Donnerstag, 19. April 2018

Ich gehe nie wieder in einen Buchladen!

Also, ehrlich... Was man im Buchladen geboten bekommt, das ist unter aller Sau. Ich habe gar kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich Bücher im Internet oder gebraucht kaufe! Drei Highlights:

1.) Ich will im Buchladen ein Buch eines Kleinverlags kaufen. Ich dachte mir, ich lasse den Buchladen um die Ecke etwas verdienen. Tja, die Buchhändlerin hat das zugegebenermaßen noch unbekannte Werk nicht da, sucht es im Katalog und stellt fest, dass es nicht beim Grossisten erhältlich ist. Sie: "Ach, das ist jetzt aber blöd. Möchten Sie nicht lieber ein anderes Buch? Wir haben ganz viele Fantasy-Bücher schon hier!" Ich: "Nein, das ist für eine Leserunde. Ich brauche genau dieses Buch." (Ich bin nicht sicher, ob sie weiß, was eine Leserunde ist.) Sie guckt hilflos, weiß wohl nicht, was sie jetzt machen soll. Ich: "Also, wenn Sie das Buch nicht bestellen können, dann muss ich es mir wohl woanders besorgen." Ich wende mich zum Gehen. Sie: "Bestellen kann ich es schon, aber halt nicht über den Grossisten." Ich: "Und wo liegt dann das Problem?" Sie: "Ich muss dem Verlag eine E-Mail schreiben." Ich kann mir das Lachen kaum verkneifen. "Naja, also dann", sage ich, "gehe ich jetzt nach Hause und schreibe dem Verlag selbst eine Mail." Ich bin schon auf dem Weg zur Tür, da ruft sie mir noch hinterher, dass sie das Buch bestellen wird. Na, also! Die nächsten Bücher von Kleinverlagen habe ich dann direkt beim Verlag bestellt. Alle. Dann kann der Verlag nämlich den Buchhandelsrabatt selbst einstreichen, und der Verlag freut sich viel mehr über die Euro als die Buchverkäuferin. Wissen die Besitzer der Buchläden eigentlich, was in ihren Läden abgeht, wenn sie gerade nicht da sind???

2.) Mein eigenes Buch war auch beim Kleinverlag herausgekommen. Dieselbe Geschichte erneut. Nur dass die anderen Buchhändler nicht so offen zugeben, dass es ihnen zu mühsam ist, eine Mail zu schreiben. Die behaupteten doch einfach, das Buch sei - zwei Monate nach Erscheinen - bereits out of print. Vergriffen. Nix mehr da. Meine Bekannten haben dann direkt bei mir gekauft. Diejenigen, die das Buch besorgen wollten, aber mich nicht persönlich kennen, gingen dann wohl leer aus. Schweinerei! Ich sagte dem Verlag Bescheid und die haben sich genauso gefreut wie ich. Elende Buchhandelsbande! Zu faul, um ein Buch zu bestellen!

3.) Letzter Akt heute. Ich muss zum Hintergrund sagen, dass in diesem Buchladen früher schon ein Sachbuch von mir verkauft wurde. Es stand prominent im vordersten Regal, so dass man es gleich sehen MUSSTE, wenn man herein kam. Das lag auch am frischgrünen Design des Titelblatts. Dieses Frühjahr kam das neuste Buch heraus. Ich gehe in den Buchladen, und die gute Frau dort ist nur so lange freundlich zu mir wie sie glaubt, mir etwas verkaufen zu können. Als ich sage, ich habe ein Buch geschrieben, versteinert ihr Gesicht. Vermutlich hätte ich erstmal ihre Frisur loben sollen. Jedenfalls, ich labere sie voll, Titel, Verlag, Thema, blabla, sie wendet sich ab und hat nur Halbsätze für mich wie "keine Zeit" (klar, es ist niemand im Laden, aber sie hat keine Zeit) und "ganz bestimmt nicht". Das mag ja sein, dass sie die Gesichter der erfolgreichsten Autoren Deutschland auswendig kennt und meines ist leider nicht mit dabei. Aber trotzdem hätte es ja sein können, dass sie gerade eine bekannte Autorin brüskiert. Zumindest bin ich eine erfahrene Autorin. Aber sie lässt mich abblitzen wie irgendeine Hausfrau, die ihren ersten Groschenroman getippt hat und jetzt verzweifelt versucht, einzelne Exemplare los zu schlagen. Aber sie wird noch an mich denken, wenn sie in Funk und Fernsehen von unserem Buch hört! Das Marketing läuft auf Hochtouren und die Presse stürzt sich drauf. Leider kann ich hier nicht dafür werben, weil ich die Sachbücher unter einem anderen Pseudonym veröffentliche. Ich will ja nicht mein Inkognito zerstören. Naja, egal. Vielleicht hat sie, nachdem ich wieder in den Sonnenschein hinaus getreten war, neugierig im Katalog danach gesucht. Jetzt müsste ich gerade aus Rache ein paar Leute mobilisieren, die nach dem Buch fragen. Oder ich gehe selbst am Samstag wieder hin. Falls ein anderer Verkäufer da ist, bestelle ich das Buch. Und hole es nicht ab. Ätsch!

Mache ich vermutlich nicht, bin viel zu lieb dafür. Aber die Leute werden auch ohne mein Zutun nach dem Buch fragen! Wetten! Und dann wird sie sich in den A... beißen, dass sie die Autorin dieses Bestsellers so verärgert hat. Ich mache bei denen sicher keine Lesung!

Mit den Buchläden ist es wie mit der Krankenkasse. Meine Sicht auf sie hat sich völlig gewandelt. Solange man an sie Geld bezahlt und nur das will, was sie los werden wollen, sind sie ja sehr nett. Aber wenn man auch mal in anderer Form mit ihnen Geschäfte machen will, werden sie garstig. Ich kaufe kein Buch mehr im Laden.

Samstag, 24. März 2018

Männer und Frauen

Neulich im Zug hörte ich ein Gespräch mit an, das verlief wie aus dem Lehrbuch über die asymmetrische Kommunikation zwischen Männern und Frauen. Ich hätte mich wegwerfen können.

Eine junge Frau und ein junger Mann steigen in den Zug ein, er hilft ihr den schweren Koffer nach oben zu heben und dann setzen sie sich an einen Vierertisch. Sie versucht zu arbeiten und er versucht gleichzeitig, ein Gespräch mit ihr zu führen. Männer ignorieren ja gerne die non-verbalen und verbalen Signale von Frauen. Im Gegenteil: Wenn eine Frau sich mit einem fremden Mann nicht näher unterhalten will (was durchaus passieren kann, aus verschiedenen Gründen), dann denkt der Mann trotzdem, dass sie es eigentlich wolle, aber eben zu schüchtern sei. Umso mehr verstärkt er seine Bemühungen, weil er ja kapiert hat, dass er das Gespräch wegen ihrer Schüchternheit im Wesentlichen allein führen muss. Dabei sind Frauen durchaus zu längeren und tiefergehenden Gesprächen in der Lage, wenn sie wollen.

Er fragt sie gleich mal, was sie beruflich mache (=Status abchecken). Als sich herausstellt, dass sie studiert, geht er ohne weitere Abstimmung vom "Sie" zum "Du" über. Sie nicht. Er erzählt, er sei Informatiker und sie erwidert, wie sich das für eine Frau in dieser Situation gehört: "Ich könnte das nicht. Das wäre mir zu schwierig." Das müssen Frauen immer sagen, wenn ein Mann von seinem Beruf oder einem Hobby erzählt. Das ist eine konventionelle Standardreaktion und gibt ihm das Gefühl, ihr überlegen zu sein, was unbedingt gewahrt werden muss.

Auf Nachfrage erklärt sie ihm, dass sie gerade versuche, eine Hausarbeit zu schreiben. Er lässt sie das aber nicht alleine machen, sondern lässt sich genau erklären, worum es da ginge, und versucht auch Lösungen vorzuschlagen, obwohl Tourismus nun wirklich nicht seine Branche ist. Sie ist darin ja eigentlich die Expertin, aber egal. Mann will ja nur helfen.

Er fragt nach, wie sie sich überhaupt die erste Klasse leisten könne. Vermutlich ist das eine versteckte Frage nach einem männlichen Sponsor - Ehemann oder reichen Liebhaber. Sie redet sich mit "frühzeitig gebucht kaum teurer als 2. Klasse" heraus und betont noch, dass sie mit der 1. Klasse fahre, weil man da so schön ungestört arbeiten könne. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, der leider ebenfalls übersehen wird. Er versucht trotzdem zwei Stunden lang hartnäckig, ein Gespräch ins Laufen zu bringen. Bis sie dann irgendwann kapituliert und nicht weiter versucht, eine Hausarbeit zu schreiben. Das ist für ihn dann das endgültige Signal, dass sie für ein Gespräch bereit sei. Oh weh!

Total lustig irgendwie... Eben weil es so typisch ist und ausnahmeweise mal nicht ich diejenige war, die so vollgetextet wurde. Älter zu werden hat seine Vorteile! Ich konnte nämlich ungestört arbeiten, abgesehen von der karabettistischen Einlage am Nebentisch.

Montag, 14. August 2017

Leistung

"Leistung allein genügt nicht. Man muss auch jemanden finden, der sie anerkennt."
Ludwig Wittgenstein, 1889-1951
zitiert nach der Zeitschrift "Forschung & Lehre", Ausgabe 8, 2017, S. 673

Sonntag, 23. Juli 2017

Schwank von der oberen Stufe einer Leiter

Kurz bevor meine Eltern auf eine mehrwöchige Kreuzfahrt aufbrachen, baten sie mich, während ihrer Abwesenheit ihre Leiter in Pflege zu nehmen. Sonst würde sie abends allein in die Disco gehen und käme mit irgendeinem betrunkenen Malerpinsel zurück. Eigentlich ist sie eine solide Aluminiumleiter und auch recht standfest, aber Alkohol verträgt sie leider schlecht und tut dann im Suff das eine oder andere, was eine anständige Leiter nicht tun sollte.

Ich nahm also die besagte Leiter in Empfang und fuhr mit ihr in der S-Bahn nach Hause. Die Leute fragten sich natürlich, warum eine junge Frau wie ich in Begleitung einer Leiter unterwegs sei, fragten jedoch nicht. Dabei hätte ich ihnen ganz ehrlich geantwortet, dass ich vor hatte, sie zu benutzen.

Zu Hause angekommen, freute ich mich über die Gelegenheit, mal bis in die 2,30 Meter hohen Ecken zu gelangen und dort verstaubte Spinnweben und tote Weberknechte einzusammeln. Auch eine Motte erwischte ich. Wenn man alle fünf Jahre mal seine Wohnung von oben betrachtet, entdeckt man Dinge, die einem sonst entgehen. Damit meine ich nicht die Sprünge in der Zimmerdecke. Die sind auch aus der Froschperspektive nicht zu übersehen. Nun sind die Türrahmen alle von oben abgefegt und ich kenne auch die Farbe der Oberseite meines Spiegelschranks. Dort duftet es nun nach Seife.

Grundsätzlich an alle Nachahmer: Als Single muss man beim Turnen auf einer Leiter stets beachten, dass man sich nur so schwer verletzen darf, dass man den Abtransport ins Krankenhaus noch selbst organisieren kann. Oder man sollte zumindest noch bis ins Treppenhaus kriechen können und um Hilfe winseln. Auch neulich beim Fensterputzen habe ich daran gedacht, wobei ein Sturz aus dem Fenster sowieso nicht in Frage kommt, weil der Aufprall draußen doch zu hart würde, um noch irgendetwas organisieren zu können.

Ich habe noch nicht in meinem Feng-Shui-Buch nachgesehen, was das Putzen in Zimmerecken oben und das Abwischen von Türrahmen bedeutet, aber vermutlich etwas Gutes. Putzen und sauber sind immer gut. Oben bedeutet Zukunft. Habe ich gerade meine Zukunft gereinigt? Bereinigt? Geebnet? Von Spinnweben befreit? Auf jeden Fall habe ich die Gefahr gesenkt, dass mir von oben etwas Totes auf den Kopf fällt.

Vor lebenden Spinnen schützt mich dieses Putzen nicht. Es ist schon ein paar Monate her, aber der Schabernack sitzt mir immer noch in den Knochen. Normalerweise lebe ich sehr friedlich mit meinen Spinnen in einer Wohngemeinschaft: Sie leben hinter den Blumentöpfen und Möbeln und ich lebe davor. Eines Tages - ich arbeitete gerade hochkonzentriert am Laptop - seilte sich aber eine der Spinnen von oben ab und drohte, auf meinem Handrücken zu landen. Ich wäre vermutlich genauso erschrocken, wenn ein Gänseblümchen so plötzlich von oben gekommen wäre, aber jedenfalls sprang ich mit einem Quieken davon, bevor ich überhaupt verstanden hatte, was passiert war. Die lieben Instinkte! Zum Glück stand ich da gerade nicht auf der Leiter!

Also, ich mag meine Spinnen. Fliegen finde ich viel nerviger, oder Motten oder Kakerlaken. Die Fliegen und Kakerlaken pendeln von der Clobrille zu meiner Zahnbürster und zu meinem Essen und wieder zurück, mit einem Abstecher zum Komposteimer. Ihre hygienischen Vorstellungen passen da gar nicht zu meinen und damit sind sie als Mitbewohner inakzeptabel. Schnaken wollen mein Blut und übertragen vielleicht tödliche Krankheiten, auch inakzeptabel. Motten fressen meine Kleidung auf. Geht gar nicht! Darum sind die Spinnen wertvolle Verbündete für die Sauberkeit in meiner Wohnung. Aber sie sollen sich bitte keine solchen Scherze mehr erlauben und mir auf den Handrücken hüpfen! Ich füge der Hausordnung schnell noch einen entsprechenden Eintrag hinzu... Wenn sie mir beim Fernsehen am Fuß vorbei huschen und ich ganz kurz einen Herzstillstand bekomme, das ist noch OK. Aber nicht auf den Handrücken!

Montag, 17. Juli 2017

Die gelenkte Konsumgesellschaft

"Die gelenkte Konsumgesellschaft", ein Dokumentarfilm, der mir voll aus der Seele spricht. Jetzt weiß ich auch, was mir fehlt... Es ist gar kein Gen, sondern eine Gehirnwäsche!

Besonders bei Büchern finde ich es bizarr, festzustellen, dass Bücher, die schon voriges Jahr herausgekommen sind, bei Ebay nun geringere Preise erzielen als voriges Jahr. Als ich mal in einer Bücherrunde ein Buch aus den 90ern vorstellte, wurde mir vorgeworfen, das Buch sei doch gar nicht neu. Ähm, nein, nicht neu, aber gut! Es war in den 90ern gut und seither ist nichts Besseres in dieser Richtung publiziert worden. Also ist es immer noch gut! Gute Bücher haben kein Verfallsdatum!

Ich beobachte auch mit Sorge, wie man heutzutage kaum noch haltbare Kleidung kaufen kann. Moderne T-Shirts sind so dünn, dass man die Zeitung durch den Stoff lesen kann. Somit gehen sie auch schneller kaputt. Ich habe hier noch T-Shirts, die zwanzig Jahre alt sind. Ich weiß gar nicht, ob man so etwas heute noch kaufen kann!

Gerade im kommerziellen Bereich sieht man, dass gute Qualität machbar ist. In Hotels werden bessere Materialien verarbeitet als im Privatbereich, die Werkzeuge in der Profküche sind massiv und haltbar. Es geht also! Klar, ich weiß, der Preis...

Leider kann man sich auch nicht darauf verlassen, dass alles Teure von guter, haltbarer Qualität ist. Für mich gibt es inzwischen für Bekleidung nur noch ein paar wenige Geschäfte, in denen ich überhaupt einkaufe, und auch bei den Schuhen sind nur noch zwei Läden übrig, mit deren Preis-Leistungverhältnis ich zufrieden bin. Alles andere wird bereits schrottig hergestellt, damit es möglichst bald kaputt geht.

Sonntag, 25. Juni 2017

Die Grausamkeit der Welt

Die physikalischen Gesetze sind ohne Gnade, aber auch ohne Willkür und Bösartigkeit:
Wenn man keinen Halt mehr hat, dann fällt man.

Doch die Menschen sind absichtlich und mit Freude grausam:
Wenn einer fällt...
  • wird er ausgelacht (weil es so lustig aussieht),
  • wird er angespuckt (einfach weil's geht),
  • wird er getreten (weil er sich nicht wehren kann),
  • wird er belehrt, dass er selbst schuld ist an seinem Sturz (weil er das endlich lernen muss),
  • erfährt er, dass anderen sowas nie passiert ist (was nicht stimmt) oder nie passieren würde (nun, Hochmut kommt vor dem Fall),
  • heutzutage wird er auch noch fotografiert und die Bilder ins Internet gestellt, damit die ganze Welt ihren Spaß daran hat und niemals vergessen wird, dass dieser Mensch ein Mal gestürzt ist und das lustig aussah. (Es sieht immer lustig aus, wenn Menschen stürzen, selbst wenn sie dabei sterben.)
Natürlich gibt es auch Menschen, die einem Gestürzten die Hand reichen. Aber sie tun das, weil sie sich davon einen Nutzen versprechen. Es gibt Menschen, die haben sich darauf spezialisiert, aus der Not anderer Nutzen zu ziehen. Sie kennen sonst keine andere Art, zu Liebe / Freundschaft, Selbstwertgefühl oder Geld zu gelangen.

Leider macht man auch schlechte Erfahrungen, wenn man selbst jemandem hilft. Es gibt auch Menschen, die sich darauf spezialisiert haben, absichtlich zu fallen. Sie kennen sonst keine andere Art, zu Liebe / Freundschaft, Selbstwertgefühl oder Geld zu gelangen. Ich habe schon viel Verdruss erlebt durch Menschen, denen ich zu helfen versuchte. Aber sie wollten nicht aufstehen, sie wollten mich zu sich hinunter ziehen.

In so einer Welt müssen der Idealismus und die Hoffnung auf eine bessere Welt täglich Rückschläge erleiden, bis sie nicht mehr aufrecht zu erhalten sind.
Dann bleiben dem Menschen nur noch drei Wege:
  1. Die Einsiedelei (für ein soziales Wesen der schwerste)
  2. Das Vertrauen auf eine höhere Macht, die uns liebt (Religion; die Esoterik erhebt den Menschen zum Gott und kann nur durch Fehlwahrnehmung der Realität aufrecht erhalten werden)
  3. Verbrechen (man nimmt sich, was man will, mit der falschen Ausrede, dass alle Menschen sowieso schon Verbrecher seien; das stimmt nicht, sondern wir sehen die guten Menschen einfach nicht, weil sie ihre Güte verstecken müssen)
Ich finde das so schade, weil es anders sein könnte. Uns Menschen ist die Empathie nicht ohne Grund geschenkt worden. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir unsere Gefühle nicht unterdrücken müssten. (Geld zu geben ist wie Ablasshandel: Wir geben Geld, damit wir selbst nichts tun und vor allem nicht mitleiden müssen.)

Donnerstag, 15. Juni 2017

Putzen mit Feng Shui

Putzen mit Feng Shui ist super. Plötzlich holt man sich beim Fensterputzen nicht einfach schrumplige Finger und schwarze Feinstaubränder unter den Nägeln, sondern man wischt negative Energien fort und öffnet sich nach außen. Bei diesem Wetter ist er ziemlich krass, der Unterschied zwischen einem staubigen und frisch geputzten Fenster. Im Schlafzimmer ist es jetzt so hell als würde ich draußen im Park stehen. Jetzt kann ich sozusagen direkt unter dem Sternenhimmel schlafen. Die anderen Fenster kommen auch noch dran, aber für heute habe ich genug geturnt und geschwitzt! Jetzt ein Zitroneneis zur Belohnung!

Samstag, 21. Januar 2017

Zähne heilen sich selbst

Das ist mal eine coole Nachricht: Zähne können Löcher selbst heilen. Leider dauert es noch etwas, bis die Behandlung wirklich beim Zahnarzt gebucht werden kann. Für mich allerdings weniger dringend. Seitdem ich keinen Zucker mehr esse, gibt es auch keine Karies mehr. Habe die kleinen Kerlchen einfach ausgehungert. :-)

Mittwoch, 16. November 2016

Mysteriöse Wahrsagerin

Mein Leben ist der reinste Roman. Nur das Genre wechselt. Heute war der Tag ein Charles Dickens Roman.
Ich wurde von einer mysteriösen Zigeunerin angesprochen. Zuerst habe ich sie gar nicht wiedererkannt. Schon im Frühjahr sprach sie mich an, fragte nach einem Laden, in dem man bestimmte Kerzen kaufen könne, und sagte mir, mein beruflicher Stress lasse bald nach. Dass ich Stress habe, sah sicher jeder an den Augenringen.
Der Stress hat aber nicht nachgelassen. Dieses Mal lieh sie sich einen Kugelschreiber, um ihren Namen und der der Begleiterin auf ein Tagesticket zu schreiben. Ich erkannte sie erst nicht wieder.
Sie machte mir hinterher ein Kompliment. OK, das lässt man sich gefallen, schließlich hatte ich ihr gerade einen Kugelschreiber
geliehen. Dann wurden es aber immer mehr Komplimente bis zu der Prophezeiung, dass mir dieses Jahr (ist nicht mehr lang!) noch
etwas sehr Schönes bevorsteht. Jemand wird meine innere Schönheit erkennen, dieser eine.
Ja, toll, aber das mit dem Stress hat ja auch nicht geklappt!

Ansonsten hat die Wahrsagerin natürlich schon recht: Ich bin hilfsbereit. Hatte meine gute Tat für den Tag eigentlich schon hinter mir.
Auf dem Weg zum Bahnhof kam ich an einem älteren Herrn vorbei, der sich mit seinem Gehwägelchen in einer viel zu engen, viel zu schweren Metalltür verhakt hatte. Keine Chance, aus dieser Falle allein wieder herauszukommen. Ich hielt ihm die Tür weit auf. So kam er dann frei.
Das Leben ist schon mühsam, wenn man alt und gebeugt ist und sich sogar eine enge, schwere Tür als Hindernis erweist.

Sonntag, 13. November 2016

Arbeite nicht so viel!

Ach, allmählich nervt das ewige "Arbeite nicht so viel!" Habt ihr Angst, ich könne erfolgreich sein, oder was? Ehrlich gesagt habe ich nicht den Eindruck, dass es Fürsorge ist...

Mittwoch, 6. Juli 2016

Gender Pay Gap schon beim Taschengeld

Jungs bekommen schon im zarten Alter mehr Taschengeld als Mädchen. Na, das wirft ein interessantes Licht auf die Sache...
Aufschlussreich finde ich auch, dass man den kleinen Mädchen die Schuld dafür zuschiebt. Sie müssen lernen, fordernder zu sein, dann kriegen sie auch mehr Geld. Hallo? Wer bringt ihnen denn bei, bescheiden zu sein? Wer zahlt die geringeren Gehälter?

Fordern können wir so viel wir wollen, aber wenn wir mehr fordern als den Geldgebern als angemessen erscheint, kriegen wir nichts als Ärger. Wir können niemanden dazu zwingen, uns mehr Geld zu geben, wenn er das nicht will! Dafür haben wir keinerlei Handhabe. Ich denke, dass diejenigen, die das Geld verwalten, diesen Pay Gap verursachen. Wenn sie nicht so selbstverständlich darum kämpfen würden, dass Frauen billiger sein müssen als Männer (weil wir ja auch weniger wert sind? oder weil man uns nur deswegen einstellt?), dann wäre es auch leichter für uns, mehr Geld einzufordern. Jedenfalls ernte ich immer riesig viel Aggression, wenn ein Mann bemerkt, dass ich mehr verdiene als er. Die scheuen sich dann nicht, gegen diese Ungerechtigkeit richtig böse vorzugehen, Rufmord und Co. Selbst dann, wenn ich offensichtlich höher qualifiziert bin als er, weil ich z.B. die Trainerin bin und er der Kursteilnehmer. Das hat ja schon irgendwie seinen Grund, warum ich vorne stehe, gelle?

Mittwoch, 6. April 2016

Unterstützung?

"Tse, tse, tse", machte Landwehr. "Da besorgt Ihnen der Käptn Unterstützung und dann ist es auch nicht recht."
"Es ist nicht so, dass mein Vorgesetzter es mir nicht recht machen kann..."
"Ach?"
"Na gut, vielleicht bin ich wirklich zickig inzwischen. Ein halbes Jahr lang ignoriert man meine Warnungen, und jetzt sollte ich dankbar sein, dass er mir einen Assistenten zuteilt. Aber Wabbi Wolli ist nun nicht gerade eine Leuchte und ich vermute, dass er ihn mir zugeteilt hat, damit er in der Putzkolonne nicht noch mehr Unheil anrichten kann."
"Ein Terrorist?"
"Eher Volltrottel. Und da er 120 Kilo wiegt, reißt jeder seiner Fehltritte gleich ein riesengroßes Loch. Er könnte durch eine gut gemeinte Handbewegung mehr Schaden anrichten als der Saboteur, als er mein Labor samt mir in die Luft gesprengt hat."
"Sind Sie ganz, ganz sicher in Ihrer Einschätzung? Geben Sie dem jungen Mann doch eine Chance. Er wird zumindest dankbar dafür sein."
"Falls er die Chance überhaupt bemerkt."
"Depressiv?"
"Jammerlappen."
"Diese medizinische Diagnose ist mir unbekannt."
"Ist das nicht eine Ihrer höchsteigenen Lieblingsdiagnosen? Oder hat Ihnen Frau Dr. Song inzwischen Ihr Menschenbild umgebaut?"
"Tatsächlich kenne ich mich inzwischen bestens mit der Wechselwirkung zwischen Körper und Geist aus. Das Leben auf einem Raumschiff bekommt nicht jedem so gut wie mir."
"Ach, geben Sie es zu: Sie halten das auch nur aus, weil es regelmäßig von Weltraumspaziergängen und Campieren auf dem Mars unterbrochen wird."
"Ich habe schon lange nicht mehr... Ach so, der alte Scherz. Ja, natürlich, ich halte mir die Erinnerung an die Weite der Marswüsten frisch durch regelmäßiges Erzählen meiner Jugenderinnerungen. Alles klar. Aber zurück zu Walli. Wie heißt er denn richtig? Vermutlich wäre er froh, wenn Sie ihn bei seinem richtigen Vornamen nennen."
"Wabbi Wolli ist sein richtiger Name. Alle nennen ihn so."
"Das ist kein Beweis. Fragen Sie ihn mal. Und falls seine Eltern tatsächlich so pervers gewesen sein sollten, fragen Sie ihn, wie er genannt werden möchte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den Namen gerne hört. Mir kommt ja sogar auf 20000 Kilometer Entfernung eine Gänsehaut, wenn ich das nur höre."
"Ich kannte Sie bisher gar nicht so feinfühlig."
"Tja, die Liebe, junge Frau, die Liebe. Moment, ich sehe, dass ich zu meinem Date muss. Eine schöne Frau soll man nicht warten lassen und ich muss mich noch rasieren. Seien Sie also nett zu Ihrem Assistenten!"

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