Sonntag, 25. Juni 2017

Die Grausamkeit der Welt

Die physikalischen Gesetze sind ohne Gnade, aber auch ohne Willkür und Bösartigkeit:
Wenn man keinen Halt mehr hat, dann fällt man.

Doch die Menschen sind absichtlich und mit Freude grausam:
Wenn einer fällt...
  • wird er ausgelacht (weil es so lustig aussieht),
  • wird er angespuckt (einfach weil's geht),
  • wird er getreten (weil er sich nicht wehren kann),
  • wird er belehrt, dass er selbst schuld ist an seinem Sturz (weil er das endlich lernen muss),
  • erfährt er, dass anderen sowas nie passiert ist (was nicht stimmt) oder nie passieren würde (nun, Hochmut kommt vor dem Fall),
  • heutzutage wird er auch noch fotografiert und die Bilder ins Internet gestellt, damit die ganze Welt ihren Spaß daran hat und niemals vergessen wird, dass dieser Mensch ein Mal gestürzt ist und das lustig aussah. (Es sieht immer lustig aus, wenn Menschen stürzen, selbst wenn sie dabei sterben.)
Natürlich gibt es auch Menschen, die einem Gestürzten die Hand reichen. Aber sie tun das, weil sie sich davon einen Nutzen versprechen. Es gibt Menschen, die haben sich darauf spezialisiert, aus der Not anderer Nutzen zu ziehen. Sie kennen sonst keine andere Art, zu Liebe / Freundschaft, Selbstwertgefühl oder Geld zu gelangen.

Leider macht man auch schlechte Erfahrungen, wenn man selbst jemandem hilft. Es gibt auch Menschen, die sich darauf spezialisiert haben, absichtlich zu fallen. Sie kennen sonst keine andere Art, zu Liebe / Freundschaft, Selbstwertgefühl oder Geld zu gelangen. Ich habe schon viel Verdruss erlebt durch Menschen, denen ich zu helfen versuchte. Aber sie wollten nicht aufstehen, sie wollten mich zu sich hinunter ziehen.

In so einer Welt müssen der Idealismus und die Hoffnung auf eine bessere Welt täglich Rückschläge erleiden, bis sie nicht mehr aufrecht zu erhalten sind.
Dann bleiben dem Menschen nur noch drei Wege:
  1. Die Einsiedelei (für ein soziales Wesen der schwerste)
  2. Das Vertrauen auf eine höhere Macht, die uns liebt (Religion; die Esoterik erhebt den Menschen zum Gott und kann nur durch Fehlwahrnehmung der Realität aufrecht erhalten werden)
  3. Verbrechen (man nimmt sich, was man will, mit der falschen Ausrede, dass alle Menschen sowieso schon Verbrecher seien; das stimmt nicht, sondern wir sehen die guten Menschen einfach nicht, weil sie ihre Güte verstecken müssen)
Ich finde das so schade, weil es anders sein könnte. Uns Menschen ist die Empathie nicht ohne Grund geschenkt worden. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir unsere Gefühle nicht unterdrücken müssten. (Geld zu geben ist wie Ablasshandel: Wir geben Geld, damit wir selbst nichts tun und vor allem nicht mitleiden müssen.)

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